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Geschichte „ Zum Bleichhaus"

 

Zunächst, was bedeutet der Name Bleichhaus, An den Bleichen?

Die Bleiche war früher selbstverständlich und notwendig für --weiße

Wäsche!. Die Notwendigkeit dieses --Wäschebleichens!, die

Zweckbestimmung dieses Hauses, entsprach den Altagserfordernissen

der vorigen zwei Jahrhunderte. Auch damals schon war jede Frau

darauf bedacht, möglichst weiße Wäsche zu haben und zu erhalten.

Diese Arbeit übernahm die Sonne.

 

Zur Geschichte von Bleichhaus und Bleichplatz

Nun, das genaue Baujahr lässt sich leider nicht mehr herausfinden,

aber den Archivalien entnehmen wir den

Beschluss aus dem Jahre 1860, den ehemaligen Brückenplatz zu einem

Bleichplatz einzurichten.

 

Im November 1860 wird von einer Überschwemmung berichtet, in

deren Folge erhebliche Renovierungsarbeiten (580,28 Mark)

erforderlich wurden.

 

Ab 1911 wurde gegen ein Entgelt von 50 Mark pro Jahr eine

hauptamtliche Aufsicht eingestellt, um die Beaufsichtigung des

Bleichhauses und :platzes zu übernehmen. Zu seinem Aufgabengebiet

zählten neben dem Auf- und Abschließen des Hauses und Platzes das

--Kälken! der inneren Wände.

 

Mit dem Jahre 1920 begann für das Bleichhaus eine neue Ära. Am 5.

November 1920 beschloss die Stadtvertretung, eine Wohnung im

Bleichhaus einzurichten und für 400 Mark pro Jahr zu vermieten.

 

1930 wird davon berichtet, dass bis dahin Obdachlose in einem Raum

auf dem Bleichplatz untergebracht waren.

 

Noch zu Beginn der 50er Jahre sah man vereinzelt Frauen, die Ihre

Wäsche auf den Wiesen um das Bleichhaus auslegten.

 

Aus den Erinnerungen Marsberger Frauen

Man denkt zurück, wie man mit Handwagen, Gießkannen und

Strickzeug -- bewaffnet! am Waschtag in den frühen Morgenstunden

loszog. In der Waschwanne auf dem Bollerwagen lag die --Arbeit! für

den ganzen Tag. Auf diesen Tag an der Bleiche freute man sich. Hier

traf man : besonders zum Anfang der Woche : die anderen

Marsberger Frauen. Hier konnte man neben der Arbeit gemütlich

plauschen, den Kindern beim Baden in der Diemel zusehen oder

stricken.

Zweimal im Jahr diente der Bleichplatz einem Marsberger Ereignis. Im

Frühjahr und Herbst fand hier der alljährliche Schaf- und

Hammelmarkt statt.

 

Vom Tennisheim zum Cafe

Die Anlage von Tennisplätzen für den Freizeitsport im Jahre 1958 mit

dem Ziel, dem Fremdenverkehr zusätzlichen Anreiz zu bieten, ergab

eine neue Nutzungsmöglichkeit.

Am 3. Mai 1986 brach ein Brand im alten Bleichhaus aus, bei dem der

Dachstuhl vollständig zerstört wurde. Viele dachten an einem Abriss.

Das Besinnen auf Stadtgeschichte ließ jedoch glücklicherweise die

Stadtvertreter den Beschluss zur Erhaltung dieses Gebäudes fassen.

Mit einem finanziellen Aufwand von ca. 190 000 bis 200 000 DM

konnte für die Marsberger Bürger ein historisches Gebäude erhalten

und einer ansprechenden Nutzung zugeführt werden.

Der alten Geschicht des Bleichhauses wurde mit der Eröffnung als

Cafe am 3. November 1988 ein neues Kapitel hinzugefügt.

2013 beschloss die Stadt Marsberg das Bleichhaus zu verkaufen. Nun

sehen Sie was die Familie Ihde für Sie aus diesem ehrwürdigen Platz

gestaltet hat. Wir hoffen es gefällt Ihnen.

 

Quellen: Buch --Marsberg 89! Beiträge zur Stadtkunde (Siegfried

Stolz)